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Katzenkrankheiten

Panleukopenie
Die Panleukopenie ist eine Katzenkrankheit, welche besser bekannt ist unter dem Namen
Katzenseuche. Diese Erkrankung ist äußerst ansteckend und verläuft bei Kitten meistens
tödlich. In Katzenzuchten mit geimpften Tieren ist die Katzenseuche allerdings selten.

Übertragung:
Das Parovirus kann durch direkten Kontakt mit infiszierten Katzen oder mit deren
Ausscheidung wie Kot, Urin oder Speichel übertragen werden. Es kann mehrere
Monate überleben und dies unter extremen Temparaturen.
Gegenstände einer infiszierten Katze wie Futternapf oder Katzenklo, sind
ebenso Ansteckungsquellen.

Klinische Symptome:
Die Schwere der klinischen Symptome ist abhängig vom Alter des Tieres. Wenn eine
tragende Katze infisziert ist, so sind auch die Feten mit diesem Virus
infisziert und bedingt Aborte oder die Geburt von toten Kitten. Welpen
die überleben, zeigen oftmals neurologische Handicaps, die sogenannte
zerebellare Ataxie (gestörte Bewegungsabläufe, Gleichgewichtsstörungen, mangelnde Koordination).
Die Katze stolpert, ihr Kopf wird von Spasmen geschüttelt, diese Symptome bleiben
zeitlebens erhalten. Die Lebensqualität der Tiere kann gut sein wenn Nahrungsaufnahme und Wasser-
trinken möglich ist.
Kitten die mit dem Virus infisziert sind, zeigen oft als erste klinische Symptome
Fressunlst, Apathie und Fieber. 24-48 Stunden später tritt Durchfall und Erbrechen
auf. Die Kätzchen sterben meist an Wassermangel. Hier könnten sie nur unter ständiger
tierärztlicher Beobachtung überleben, eine Behandlung dafür existiert nicht.

Vorbeugung:
Die Impfung bietet den besten Schutz gegen diese Krankheit, sie ist Pflichtprogramm
einer jeden Katzenzucht. Das tägliche Reinigen von Futternäpfen und Katzenklos
ist unerlässlich.

 

Katzenschnupfen
Katzenschnupfen kommt in Katzenzuchten häufiger vor. Es handelt sich um eine
Erkrankung der oberen Atemwege und Schleimhäute des Kopfes (Augen, Nase, ggf. Maul).
An der Erkrankung sind verschiedene Bakterien beteiligt: Felines Herpesvirus,
Felines Calicivirus und zwei Bakterienarten: Chlamydophila felis und Bordetella bronchiseptica.

Übertragung:
Die Krankheit wird zumeist durch Kontakt mit Nasen und Augenausfluss sowie Speichel von einer
infiszierten Katze an andere übertragen.Durch Niesen wird das Virus über einen Meter verbreitet!
Sie kann aber auch indirekt, also über Futternapf und Wassernapf bzw. Hände vom Menschen die
mit infiszierten Katzen Kontakt hatten, erfolgen.
Wesentlicher Faktor für das Überleben und verbreiten des Herpesvirus ist die Existenz
von sogenannten latent infiszierten Tieren (das sind gesunde Virusträger die den Virus in sich tragen
aber nicht ausscheiden)
Ca. 80% der mit Herpesviren infiszierten Katzen zählen zu den latenten Virusträgern.
Durch Stress (Umzug, Transport, Eingewöhnung) oder Belastung des Immunsystems (Trächtigkeit)
kann sich der Virus vermehren und ausbrechen.

Klinische Symptome:
Die Symptome sind Niesen, Nasenausfluss, Augenausfluss, Fieber, Lethargie (Schlappsein),
Appetitverlust uvm.
Ungeimpfte Kitten können sterben.

Vorbeugung:
Dieser Virus kann in der Umwelt nicht sehr lange überleben. Das tägliche reinigen
der Futternäpfe und Wasserschüsseln kann der Verbreitung vorbeugen.
Es gibt verschiedene Impfstoffe die vorbeugend wirken, es ist jedoch falsch zu glauben,
das diese eine Infektion komplett verhindert.

Richtlinien für die Zucht:
->Maximale Reduzierung von Stressfaktoren, Vermeidung von Überpopulation
->Gute Hygiene- und insbesondere Desinfektionsmaßnahmen
->Isolierung der tragendenden Katze für drei bis vier Wochen vor Geburtstermin
->Neugeborene Kitten sollten bis zum sicheren Impfschutz von anderen Tieren (außer natürlich der Mutter)
  isoliert werden

Therapie:
Wenn eine Katze klinische Symptome zeigt, so wird der Tierarzt versuchen diese durch
Augensalben, Virostatikum, Antibiotikum zu verbessern.
Dies hat sich oftmals als sehr gut erwiesen.



Felines Immunschwächevirus

Besser bekannt unter Katzenaids, FIV. Es ist für eine weltweite Erkrankung und Sterblichkeit
in der Katzenpopultion verantwortlich.
In Rassekatzenzuchten ist ist FIV selten, kann aber auch vorkommen.

Übertragung:
Das Virus befindet sich im Blut und Speichel der infiszierten Katze.
Es ist äußerst empfindlich und kann außerhalb der Katze nicht überleben.
Übliche Desinfektionsmittel töten es sofort ab.
Es kann nur durch Bisse von einer Katze zur anderen übertragen werden, ein
einfacher Kontakt reicht in der Regel nicht aus.
Infiszierte tragende Katzen übertragen das Virus an ihre Feten.
Tiere die draußen leben sind häufiger betroffen als Wohnungskatzen.

Klinische Symptome:
Eine mit FIV infiszierte Katze kann über viele Jahre keine Symptome zeigen, aber
Artgenossen infiszieren. Im Laufe der Zeit befällt es das Immunsystem und führt zu Sekundär
infektionen. Durchfall, Lungenentzündung, Hauterkrankung, Infektionen der Nebenhöhlen,
Augenerkrankungen, neurologische Störungen etc. können bei infiszierten Katzen beobachtet werden.

Vorbeugung:
Die Diagnose erfolgt über den Nachweis von Antikörpern im Blut.
Es sollten alle Katzen einer Zucht untersucht werden und infiszierte Katzen
vergehalten werden. 2002 kam in den USA eine Impfung auf den Markt, welche allerdings nur bei
Risikopatienten angewandt werden sollte. Denn diese Impfung ruft folgendes Dilemma hervor:
Antikörper die aufgrund dieser Impfung gebildet wurden, können nicht mehr von solchen eines
erkrankten Tieres unterschieden werden. Wird der Test also bei geimpften Tieren
durchgeführt, so ist der Test positiv.

 

Feline Leukose
Bei FeLV handelt es sich ebenso um einen Retrovirus.
Bei einzeln gehaltenen Katzen liegt die Rate bei 3%, bei Streunern ca. bei 11%.
Bei der Haltung von vielen Katzen ebenso wie bei Katzen mit Auslauf steigt die
Rate auf bis zu 70%.

Übertragung:
Das FeLV Virus kann in der Außenwelt nicht überleben. Übliche Desinfektionsmittel töten
den Virus. Infiszierter Speichel stellt die Hauptansteckungsquelle dar und kann durch
gegenseitiges Putzen und Beschnuppern als auch Fressen aus einem Futternapf übertragen
werden.
Besonders empfindlich sind Katzen, die jünger als vier Monate sind, hier ist das Immunsystem noch
schwach.

Klinische Symptome:
Sie äußern sich sehr verschieden durch: Blutarmut, Erkrankungen von Leber und Darm,
Trächtigkeitsstörungen, Leukämie (Blutkrebs)
In Katzenzuchten zählen Aborte und die Geburt von toten Welpen zu den ersten Anzeichen.

Vorbeugung:
Der am häufigsten eingesetzte Test ist der sogenannte ELISA Test. Eine Impfung gegen FeLV
beeinflusst das Testergebnis nicht, da diese keine Antikörper nachweist.
In Katzenzuchten stellt eine infiszierte Katze grundsätzlich eine Gefahr dar.
Bei Katzen mit einem negativen Testergebnis sollte nach weniger als 30 Tagen ein Test wiederholt
werden. Sobald eine Katzezucht frei von FeLV ist, sollten nur mehr Tiere dazugegeben werden, bei denen
eine Infektion sicher ausgeschlossen wird.
Nach ihrer Ankunft sollten die Tiere untersucht werden und in Quarantäne gehalten werden, bis die Testergebnisse
negativ sind.
Gegen FeLV sind verschiedene Inpfstoffe erhältlich. Die Impfung sollte bei allen Katzen erfolgen,
bei denen ein reelles Infektionsrisiko besteht.
In Katzenzuchten die lange Zeit FeLV-frei sind, ist eine Impfung nicht notwendig, wenn sicher ist, das die
Tiere nicht ins Freie gelangen.

 

Häufige Parasiten bei Katzen: http://www.intervet.de/News/Fokusthemen/Giardien_und_Wuermer/Einleitung_Giardien.asp


Impfstoffarten/formen:
Im Allgemeinen werden zwei verschiedene Kategorien von Impfstoffen unterschieden.

->Lebendimpfstoffe sind Impfstoffe in denen Viren enthalten sind, deren Eigenschaften so verändert wurden,
dass sie für das Tier nicht mehr gefährlich sind. Sie können sich aber vermehren und eine natürliche Infektion wird
so nachgeahmt. Die Impfreaktionen sind deshalb sehr gut und von langer Dauer. In einigen
Ländern werden nasale Impfstoffe als Lebendimpfstoffe eingesetzt. Sie werden im Allgemeinen
in Tröpfchenform auf Nase und Augen appliziert.

->Inaktivierte Impfstoffe gelten gegenüber den Lebendimpfstoffen als sicherer, da sie sich nicht mehr vermehren können
und unfähig sind die Erkrankung auszulösen. Andererseits ist die Immunreaktion schwächer und von kürzerer
Dauer. 

  
                                                                              

                                                                              Impfplan:

Katzenschnupfen
Unerlässlich für jede Katze
in den Formen: Lebendimpfstoff, Nasal und Inaktiviert

Katzenseuche
Unerlässlich für jede Katze
in den Formen: Lebendimpfstoff, Nasal und Inaktiviert


Tollwut
Für Tiere vor Ausstellungen und in manchen Ländern Pflicht
in den Formen: Inaktiviert


Chlamydiose
*Abschätzung in Abhängigkeit von Haltungs und Lebensbedingungen
In den Formen: Inaktiviert


FIP
*Abschätzung in Abhängigkeit von Haltungs und Lebensbedingungen
In den Formen: Nasal, Lebendimpfstoff


FeLV
*Abschätzung in Abhängigkeit von Haltungs und Lebensbedingungen
In den Formen: Inaktiviert


FIV
*Abschätzung in Abhängigkeit von Haltungs und Lebensbedingungen
In den Formen: Inaktiviert


* Impfungen können je nach Risiko und Schwere der Erkrankung emphelenswert sein!